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Russland bleibt attraktiver Markt für Holzbearbeitungstechnik Möbelmarkt lahmt / Probleme bei Finanzierung hemmen Wachstum / Chancen bei kleinen Sägewerken /

Moskau (gtai) - Russland hat die höchsten Holzvorräte der Welt. Davon profitieren deutsche Zulieferer von Maschinen zur Holzbearbeitung. Doch die Lage ist schwierig. Die Branche ist nicht direkt von Sanktionen betroffen, viele potenzielle russische Kunden haben jedoch Schwierigkeiten bei der Finanzierung. Ein Staatsprogramm soll Abhilfe schaffen, bleibt bisher aber ohne Ergebnis. Russland ist ein bedeutender Abnehmer deutscher Holztechnik, dennoch sind Wachstumssprünge kaum zu erwarten.

 

Die deutschen Exporte von Holzbearbeitungsmaschinen verringerten sich in den ersten sieben Monaten 2014 um ein Zehntel auf knapp 100 Mio. Euro. Trotzdem steht Russland für deutsche Branchenunternehmen ganz vorne unter den wichtigsten Exportmärkten. "Und zwar Kopf an Kopf mit der Volksrepublik China", bestätigte Dennis Bieselt vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Dem Branchenexperten zufolge gebe es sogar noch mehr Potenzial für deutsche Firmen, insbesondere bei der primären Verarbeitung.

 

Die russische Regierung hat den Bedarf anscheinend erkannt: Um die Investitionen in der Holzverarbeitung zu stimulieren, wurde bereits am 16.01.13 einen Erlass (Nr.2) verabschiedet. Diesem zufolge können die Kreditzinsen bei Investitionen in die Ausrüstung zu zwei Dritteln erstattet werden. Ende August 2014 wurde dieses Dekret verlängert, die Subventionsvoraussetzungen wurden allerdings an schärfere Bedingungen geknüpft. Dazu gehören beisüielsweise die Schaffung von mindestens 100 Arbeitsplätzen und die Mindestinvestitionssumme von 500 Mio. Rubel (Rbl; etwa 9,6 Mio. Euro; 1 Euro = rund 52,1 Rbl; EZB-Wechselkurs vom 22.10.14).

 

Der deutsche Hersteller Linck ist in der primären Holzverarbeitung aktiv. Frank Horstmann, Vertriebsleiter Osteuropa/GUS, erwartet vor allem in Sibirien und dem Fernen Osten neue Projekte. Heute werden große Mengen Rundholz nach China transportiert und dort verarbeitet. "Russland könnte über mehr eigene Sägewerke an der Wertschöpfungskette partizipieren", so Horstmann.

Laut Horstmann sind künftig Megawerke in Russland kaum gefragt. Vielmehr sind es kleine bis mittelgroße Anlagen mit einer Kapazität von 300.000 bis 500.000 cbm Rundholz pro Jahr. Auch wenn Linck weder 2013 noch 2014 einen solchen Auftrag erhalten hat - für 2015 ist die Firma optimistisch. Der Bedarf sei jedenfalls da. Das Sägewerk aus Oberkirch hofft, dass die russischen Kunden bis dahin entsprechende Projekte wieder finanzieren können. "Das ist zurzeit das große Problem", sagte Horstmann.

 

Wie der Firma Linck ergeht es vielen Branchenunternehmen. Horrende Kreditzinsen und ein schwacher Rubel: Es wundert nicht, dass russische Kunden zurzeit in Finanzierungsnöte geraten. Das meint auch VDMA-Vertreter Bieselt. Manche Produzenten in Russland - von Sägewerksbetreibern bis hin zu Möbelproduzenten - seien sehr preissensibel geworden. Immer mehr russische Betriebe erwägen chinesische Maschinen einzukaufen, so Beiselt. Und das, obwohl die Branche von den gegenseitigen Sanktionen der Europäischen Union und Russland nicht betroffen sei.

 

Russlands Konsumenten kaufen weniger Möbel, folglich kaufen Möbelhersteller weniger Ausrüstung - diese einfache Rechnung hat den deutschen Qualitätsausrüster Altendorf bereits 2013 Aufträge gekostet. "Auch wenn der Automatisierungsgrad der verkaufen Maschinen deutlich gestiegen ist", sagte Andrej Jewschinzew, Geschäftsführer von Alt-Zentr, der Tochterfirma von Altendorf in Russland. Er erhalte aber viele Anfragen. Doch viele Unternehmen warteten lieber ab, ob sich der Rubelkurs in den kommenden Monaten wieder stabilisieren werde, glaubt Jewschinzew. Darum prognostiziert er auch für das Geschäftsjahr 2014 einen leichten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr.

 

Zusammen mit anderen Unternehmen war Altendorf im Rahmen eines deutschen Gemeinschaftsstandes auf der Fachmesse Lesprom Ural Professional in Jekaterinburg im September 2014 vertreten. Der Standort wurde nicht zufällig ausgewählt. Im Ural wird rege gebaut, was den Bedarf an Möbeln steigen lässt. Mit seinen Maschinen für die Möbelfertigung kann Altendorf etwa bereits heute viele Kunden in der Region bedienen. Dies sind Möbelproduzenten, die auf deutschen Anlagen fertigen.

 

Zunehmend gefragt sind auf dem russischen Markt der Service, schnelle Komponenten-Lieferungen und Schulungen. Auch wenn Jewschinzew künftig keine großen Sprünge erwartet - die Ansprüche an den Automatisierungsgrad steigen und damit auch der Bedarf an besseren, effizienteren Prozessen. Deutsche Unternehmen seien eben deshalb am russischen Markt grundsätzlich gut aufgestellt.

 

Langsam gewinnt in Russland die Pelletproduktion an Bedeutung. Bis heute werden in alten Werken Schwartenbretter und Sägemehl als Unrat gesammelt und im Wald entsorgt. Auch die Rinde bleibt komplett ungenutzt. Nun beginnen aber vor allem die besser geführten Unternehmen allmählich damit, aus dem Sägemehl Holzpellets zu produzieren oder es für den eigenen Betrieb zu verbrennen. Dieser Trend könnte deutschen Herstellern von Matrizenpressen, Pelletsilos und Trocknungsanlagen gute Aufträge bescheren.

 

Gute Aufträge - davon wünscht sich Oliver Milde vom Lackierspezialisten Venjakob mehr. "Wir verkaufen jedes Jahr ein oder zwei Maschinen im Holzbereich, das ist zu wenig, um den derzeitigen Aufwand für Messen und Kundenbetreuung zu rechtfertigen", so der Verkaufsmanager. Das Marktpotenzial sei zwar groß, allerdings auch der Betreuungsaufwand. Dieser gründe auf dem Unterschied zwischen angebotenen und lokalen Entscheidungskriterien der russischen Interessenten. Die interne Struktur, die räumliche Distanz und kommunikative Hürden erschwerten und verlängerten die Entscheidungsprozesse, sagt Milde. Aus diesem Grund passe sich Venjakob schrittweise den marktspezifischen Anforderungen an: baut eine russischsprachige Webseite auf, investiert in russischsprachige Mitarbeiter und setzt sich mit russischen Marktanforderungen auseinander.

 

Venjakob bietet Maschinen und Anlagen für den gesamten Lackierprozess, die individuell auf einzelne Lacke zugeschnitten sind. Für viele private Möbelfirmen seien die Kosten der ausgefeilten Technologien zu hoch. Die Antwort aus Rheda-Wiedenbrück: eine kleine, universelle Lackiermaschine. "Mit überschaubarer Investitionshöhe", sagt Milde. "Davon haben wir in Russland schon einige verkauft."

 

Kontaktanschrift:
VDMA Fachverband Holzbearbeitungsmaschinen

Lyoner Straße 18, 60528 Frankfurt

Tel.: 0049 69/66 03-13 77, Fax: -23 77

E-Mail: dennis.bieselt@vdma.org, Internet: http://www.vdma.org/wood

 

Den Quelltext inklusive interessanter Statistiken finden Sie hier.