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Große Reifenhersteller investieren trotz Flaute in Russland

Moskau (gtai) - Internationale Reifenhersteller setzen auf den russischen Markt. Bis 2018 wird die Produktion voraussichtlich um 7 bis 10% p.a. zulegen. Allein 2014 sollen Kapazitäten für die Herstellung von 10 Mio. Reifen entstehen. Große internationale Konzerne prüfen neue Werke in Russland. Und das, obwohl die Verkäufe 2013 rückläufig waren und Marktexperten für 2014 bestenfalls einen leichten Aufschwung erwarten. Mittelfristig dürfte sich das Engagement auszahlen. (Kontaktanschriften)

 

Der deutsche Kfz-Zulieferkonzern Continental hat Ende Oktober 2013 ein nagelneues Reifenwerk in Russland in Betrieb genommen. Die Anlage in Kaluga bietet Kapazitäten für 4 Mio. Reifen. Produziert werden Pkw-, Geländewagen- und Van-Reifen der Marken Continental, Gislaved und Matador. Das Unternehmen hält sich einen Ausbau auf 16 Mio. Reifen pro Jahr offen. Bis 2015 soll die Belegschaft von heute 500 auf 800 Mitarbeiter wachsen. Damit liegt der niedersächsische Kfz-Zulieferkonzern voll im Trend. Denn in den vergangenen Jahren haben eine ganze Reihe von Branchenunternehmen in Russland investiert oder planen für die Zukunft einen Markteintritt.

 

Der koreanische Reifenhersteller Hankook prüft zurzeit den Aufbau der Produktion in drei Ländern. Russland sei eines davon, sagte der Verkaufsleiter von Hankook Tire, Michail Schebanow, auf einer Kautschuk- und Reifenkonferenz des Chemieberaterunternehmens Creon energy. Die Konferenz fand Ende November 2013 in Moskau statt.

 

Der weltweit größte Reifenkonzern Bridgestone hat sich dagegen bereits definitiv für eine Produktion in Russland entschlossen. Die Japaner bauen in der Region Uljanowsk ein neues Werk, wo die Produktion 2016 starten soll. Die Kapazitäten betragen 12.000 Stück pro Tag. Dafür investiert Bridgestone 12,5 Mrd. Rubel (circa 277 Mio. Euro; EZB-Wechselkurs vom 3.12.2013: 1 Euro = 45,15 Rubel).

 

Der italienische Reifenkonzern Pirelli ist da bereits weiter. Das Unternehmen ist seit Dezember 2011 in Russland vertreten. Damals hatten die Italiener für 244 Mio. Euro zwei Reifenwerke in Kirow und Woronesch von Russlands größtem Chemiekonzern Sibur übernommen. Ende November 2013 erhöhte Pirelli seinen Anteil am Gemeinschaftsunternehmen Pirelli Tyre Rus um 15% auf 65%. Dafür zahlt Pirelli 33,9 Mio. Euro an die Firma GHP. Deren Anteil schrumpft damit auf 10%. Weitere 25% hält die Staatsholding Rostech. Mitte November 2013 war bekannt geworden, dass Pirelli bis 2017 knapp 100 Mio. Euro in die beiden Betriebe in Kirow und Woronesch investieren will.

 

Der Reifenhersteller Cordiant investiert nach eigenen Angaben bis 2018 rund 20 Mrd. Rubel (circa 445 Mio. Euro) in die beiden Omsker Reifenwerke SAO Cordiant-Wostok und OAO Omskschina. Zur Holding Cordiant gehören im Augenblick drei Reifenwerke, ein Forschungs- und Entwicklungszentrum, eine Teststrecke und fünf Filialen. Das Tochterunternehmen SAO Cordiant-Wostok ist auf die Produktion von Pkw- und leichten Lkw-Reifen der Handelsmarken Cordiant und Tunga spezialisiert. Bei Omskschina produziert Cordiant Lkw- und Busreifen. Durch die Investitionen entstehen in den beiden Omsker Werken 800 neue Arbeitsplätze. Bis 2018 soll die Produktion um 40% auf 12 Mio. Reifen jährlich steigen.

 

Der größte Produzent synthetischen Kautschuks in Russland ist der russische Chemieriese Sibur. Die Holding hat fünf Tochterunternehmen mit entsprechenden Kapazitäten für verschiedene Kautschuk-Marken. Damit ist Sibur Hauptlieferant nicht nur russischer, sondern auch vieler west- und osteuropäischer Reifenwerke. Bei Sibur rechnet das Management mittelfristig mit einer sehr ordentlichen Nachfrageentwicklung. Bis 2017 dürfte der Markt für Pneus in Russland auf rund 75 Mio. Stück wachsen. Zum Vergleich: 2012 waren es erst circa 55 Mio. Reifen. Noch rasanter wird sich voraussichtlich die Produktion entwickeln. Während 2012 etwas mehr als 40 Mio. Reifen hergestellt wurden, könnten es 2017 bereits über 70 Mio. Reifen sein. Die größten Hersteller in Russland waren 2013 Sibur-Angaben zufolge Nischnekamskschina, Nokian und Cordiant. Danach folgten Pirelli, Michelin, Yokohama und Petroschina.

 

In den ersten neun Monaten 2013 lag das Marktvolumen in Russland bei 46,1 Mio. Reifen. Das ist 1% weniger als in derselben Periode des Vorjahres. Im Gesamtjahr 2013 dürfte die Nachfrage sogar um 3,5% gesunken sein, schätzen die Marktexperten von Pirelli. Doch die Reifenproduktion in Russland legte allein im 3. Quartal 2013 um 7% zu. Gleichzeitig wächst der Import, vor allem aus Asien, ungebrochen. Um am Markt mithalten zu können, setzen vor allem Premiumanbieter verstärkt auf die Produktion vor Ort. Heute geht es den Investoren vor allem darum, sich gegenüber Importen aus der Volksrepublik China und Südkorea zu behaupten. Perspektivisch jedoch zollen diese Investments dem hohen Potenzial des russischen Marktes Tribut. Selbst die größten Pessimisten rechnen im kommenden Jahrzehnt mit mindestens 2% Marktwachstum pro Jahr. Die Marktexperten von Sibur prognostizieren sogar eine jährliche Nachfragesteigerung von bis zu 6% bis 2017.

 

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