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Fußball-WM 2018 erfordert Ausbau von Russlands Flughäfen und Bahnstrecken

Modernisierung der Airports Sotschi und Kasan / Eisenbahn plant Bau von Hochgeschwindigkeitsstrecken

 

Moskau (gtai) - Der Ausbau von Verkehrswegen für die Fußball-WM 2018 in Russland ist unverzichtbar. Dies wird Investitionen in Milliardenhöhe erfordern, davon ein Großteil aus öffentlichen Haushalten. Die Planungen zur Flughafensanierung laufen auf vollen Touren. Dazu gehören auch Straße und Schiene als Zubringersysteme. Dem Transportministerium sind allerdings bei einigen Projekten mangels Finanzen die Hände gebunden.

Der Bedarf an Start- und Landebahnen, Wendekurven und Parkpositionen auf den 13 Flugplätzen, die zur Austragung der Fußball-WM 2018 angeflogen werden, ist groß. Das zuständige Transportministerium bezifferte den dafür notwendigen Investitionsaufwand auf 141 Mrd. Rubel (circa 3,5 Mrd. Euro). Darüber hinaus müssen auch andere Flughäfen in dem flächenmäßig größten Land der Welt technisch auf Vordermann gebracht werden. Landesweit müsste der Staat für die Airportsanierung 215 Mrd. Rubel (5,35 Mrd. Euro) aufbringen.

Dem Ministerium steht aber noch nicht einmal genug Geld zur Verfügung, um die Flughafensanierung zur Fußball-WM 2018 sicherstellen zu können. Der Fehlbetrag wird mit 74 Mrd. Rubel angegeben. Lediglich die Modernisierung der Flughäfen Sotschi und Kasan soll komplett abgesichert sein. Dieser Finanzengpass sollte aber nicht weiter verwundern, stehen doch mit der Universiade 2013 in Kasan und den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi zeitlich dringendere Sportgroßveranstaltungen ins Haus. An allen anderen Austragungsorten der Fußball-WM ist der Zeitdruck noch nicht ganz so hoch.

Das meiste Kopfzerbrechen bereitet den Verkehrsplanern das Drehkreuz Moskau, das gleich aus drei Flughäfen besteht. Bei diesen ist der Modernisierungsbedarf beträchtlich Beispielhaft steht hierfür der Flughafen Domodedowo, bei dem die zweite Landebahn verlängert werden muss, um Großraumflugzeugen bessere Landemöglichkeiten zu bieten. Allein dieses Vorhaben verschlingt 40 Mrd. Rubel (knapp 1 Mrd. Euro). Experten erwarten in diesem konkreten Fall aber keine rasche Lösung.

Pressemeldungen zufolge unterhalten die Flughafeninhaber von Domodedowo keine besonders innigen Beziehungen zum Transportministerium. Private Investoren werden sich bei einem Betrag in dieser Höhe kaum finden, zumal der Return of Investment bei diesen Projekten recht lange auf sich warten lässt. Das Vorhaben in Domodedowo ist nicht einmal Bestandteil eines Generalplans des Transportministeriums, der 2010 aufgestellt wurde und bis 2015 gilt.

Ein weiteres Problem stellen die überlasteten Zubringerstraßen zu den Moskauer Flughäfen dar. In den Neujahrsferien 2012/13 war die unmittelbare Fläche um die Airports herum dermaßen zugeparkt, dass tausende Reisende nicht rechtzeitig zu ihren Flügen kamen. Im Januar 2013 hat die russische Regierung reagiert. Die Ressorts Transport und Finanzen werden bis April 2013 gemeinsame Pläne erarbeiten, um das Zubringersystem per Schiene und Straße zu optimieren. Neben dem Passagierverkehr soll der Gütertransport Teil dieser Lösung werden. Dadurch wird die Zahl der Lastkraftwagen auf Moskaus Straßen gleich mit verringert.

Sollte allerdings die Bahngesellschaft RZD eine Hochgeschwindigkeitsstrecke von Moskau über Nischni Nowgorod nach Kasan und weiter nach Jekaterinburg bauen, erschiene die Verkehrsplanung im Großraum Moskau in einem ganz neuen Licht: die hauptstädtischen Flughäfen würden teilweise entlastet. Solange diese Frage aber nicht endgültig geklärt ist, dürfte das Transportministerium seine derzeitige Planung kaum revidieren.

Lediglich der Bau einer zweiten Hochgeschwindigkeitsstrecke von Moskau nach Sankt Petersburg ist in trockenen Tüchern. So soll der Staat bereit sein, 70% der auf 1 Mrd. Rubel (circa 250 Mio. Euro) veranschlagten Baukosten als Zuschuss zu gewähren. Neben der bereits erwähnten, aber noch nicht beschlossenen Strecke Moskau-Jekaterinburg, erwägt die Bahn den Bau von zwei weiteren Hochgeschwindigkeitsstrecken: von Moskau nach Jaroslawl und von Moskau nach Sotschi. Für beide gilt ebenfalls der Finanzierungsvorbehalt.

Das in Sachen Fußball-WM federführende Sportministerium stellte 2012 eine erste Gesamtrechnung auf, die als finanzpolitische Vorlage für das Gesetz "Über die Planung und Durchführung der Fußball-WM 2018 in der Russischen Föderation" diente. Seither wurde die Summe wiederholt nach oben korrigiert. Nach aktuellem Stand müssen 662 Mrd. Rubel (16,4 Mrd. Euro) an Budgetmitteln für Baumaßnahmen aufgebracht werden. Den größten Einzelposten bildet dabei der Straßenbau mit 241,6 Mrd. Rubel (knapp 6 Mrd. Euro). Werden zu den staatlichen Ausgaben noch sämtliche privaten Investitionen hinzugerechnet, fließen sogar 1,4 Billionen Rubel (34,6 Mrd. Euro) in die WM-Vorbereitung.