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DIHK: Ukraine-Krise "ein herber Schlag ins Kontor"

Martin Wansleben rechnet mit enttäuschendem 2014

(23.07.2014) Auf die erheblichen Einbußen, die die deutsche Wirtschaft seit dem Ausbruch des Konflikts in der Ukraine erfährt, hat jetzt Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), in einem Zeitungsinterview hingewiesen.

DIHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Martin Wansleben, Foto: Thomas Kierok

Nachfolgend zitieren wir das Gespräch mit der "Passauer Neuen Presse" ("PNP") im Wortlaut:

 

"'PNP': Was hat die deutsche Wirtschaft gegen verschärfte Sanktionen gegen Russland?

 

Martin Wansleben: Die Fakten: Russland ist zuletzt in die Top 10 der deutschen Handelspartner vorgerückt. Vom Export deutscher Waren nach Russland hängen rund 300.000 Arbeitsplätze in Deutschland ab.

 

Nicht zu vergessen: Russland ist mit etwa 35 Prozent der für Deutschland wichtigste Lieferant von Öl und Gas. Die bereits auferlegten ersten Sanktionsschritte haben deutliche Bremsspuren bei den deutsch-russischen Wirtschaftsbeziehungen hinterlassen.

 

Weitere, sich auf ganze Sektoren beziehende Sanktionen sind allerdings kein probates Mittel, um diesen politischen Konflikt zu lösen. Sie könnten vielmehr eine gefährliche Spirale von Sanktionen und Vergeltungsmaßnahmen in Gang setzen. Der Weg zurück zum Verhandlungstisch wäre dann noch schwieriger.

 

'PNP': Hat sich die deutsche Wirtschaft zu stark vom russischen Markt abhängig gemacht?

 

Wansleben: Deutschland ist eine Exportnation. Wir haben eine Exportquote von fast 50 Prozent am Bruttoinlandsprodukt. Unser Wohlstand hierzulande beruht darauf, dass sich die deutschen Unternehmen im Ausland behaupten.

 

In der Vielzahl der Fälle führt unser Engagement dazu, dass sich die Ausbildung der Menschen vor Ort sowie die Arbeits- und Lebensbedingungen in den Partnerländern verbessern. Auf dieses Engagement sollten wir auch in Zukunft setzen, auch wenn es immer mal wieder einen Rückschlag gibt.

 

'PNP': Wird die Ukraine-Krise langsam zum Konjunktur-Killer?

 

Wansleben: Die deutsche Wirtschaft erfährt seit dem Ausbruch des Konflikts in der Ukraine erhebliche Einbußen. Auch die Weltwirtschaft ist zunehmend verunsichert. Es zeichnet sich heute leider schon ab, dass auch 2014 ein nächstes enttäuschendes Wachstumsjahr in globaler Hinsicht wird.

 

In Russland sind 6.200 deutsche Unternehmen engagiert mit einem Kapitalstock von 20 Milliarden Euro. Neuinvestitionen in Russland sind auf Eis gelegt, Projekte, die umsetzungsreif waren, verschoben worden.

 

Für 2014 erwarten wir einen Verlust des Exportvolumens nach Russland in Höhe von rund vier Milliarden Euro, in die Ukraine mehr als anderthalb Milliarden Euro. Das ist schon ein herber Schlag ins Kontor."